Einreichung Digitale Kultur 20008-2 Symbolisches Kapital im Netz - EOP - Helga Köcher

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Einreichung Digitale Kultur 20008-2 Helga Köcher/eop

Inhaltsverzeichnis

Daten:

Projekt/Einreichungsname: „Symbolisches Kapital im Netz“

Einreichung bei: Digitale Kultur 2008-2

Einreichende: Helga Köcher/eop www.eop.at

Fördersumme: 8.300,- €


Kurzbeschreibung:

„Symbolisches Kapital im Netz“ ist eine interaktive Datenbank, die die Generierung von symbolischem Kapital in Netzwerken untersucht.

Das geschieht zunächst exemplarisch in Form einer digitalen Doku von ViennArt, eines eineinhalbtägigen eop-Events, das als transdisziplinäre Recherche zum Thema „Entscheidungen. Wien und das symbolische Kapital“ konzipiert ist.

Drei verschiedene Kategorien von Elementen werden durch quantitative Attribute und Tags miteinander in Relation setzt: Fragen, Entscheidungskriterien und künstlerische Arbeiten. Die Userin/der User bewegt sich loop-artig durch dieses Feld und kann sich mit Fragen und Kommentaren einbringen.


Eine substantielle Erweiterung des Archivs ist durch das Einspeisen der Ergebnisse jährlicher multimedialer Symposien geplant.


Ausführliche Beschreibung:

Ziel des Projekts „Symbolisches Kapital im Netz“ ist es, Schritt für Schritt Zusammenhänge des kulturellen Felds zu erfassen und die Struktur von Prozessen der Reputations- und Machtbildung sichtbar zu machen. Die digitale Doku von ViennArt ist ein exemplarischer Start für dieses Projekt.

Der Event „ViennArt. Entscheidungen. Wien und das symbolische Kapital“ am 11/12. Oktober im MUSA wird von mehr als 60 AkteurInnen und Akteuren aus Kunst und aus Wissenschaft gestaltet - mit einer als Entscheidungsparcours konzipierten Ausstellung von Arbeiten digitaler Kunst, neuer Medien und Bildender Kunst, einer Diskussion zum Thema, zwei Konzerten elektronischer Musik, einer Lesung, einer Performance und einer Open Space-Konferenz.

Info dazu auf http://www.eop.at/datenbank/projekte/viennart/

Aus dieser Veranstaltung sowie den Ergebnissen einer Befragung der NetzwerkteilnehmerInnen werden in einer interaktiven Datenbank archiviert:

- Fragen zum symbolischen Kapital von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen und ihren Strategien, ebenso Fragen zum symbolischen Kapital von Institutionen und ihrem Umgang damit.

- Entscheidungskriterien der KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen zu ihrer Arbeit und zum ihrem Standort

- Fotos von KünstlerInnenarbeiten zum Thema „Entscheidung“ sowie Audio-aufnahmen aus der Diskussion, den Konzerten und der Open Space-Konferenz

Die UserInnen sind eingeladen, das Feld ViennArt in Loops von Fragen, Begriffen und künstlerischen Emanationen zu durchwandern und dabei selbst ihre Ideen und ihre Antworten einzuspeisen. Indem sie aus der Fülle von Elementen eigene Schleifen bilden, können sie die auf Tagging-Basis programmierte Struktur beeinflussen. Grundlage ist die Logik von Aktionsforschung.


Das Projekt „Symbolisches Kapital im Netz“ bildet ein Feld von Entscheidungsprozessen ab, die zur Bildung von symbolischem Kapital führen. Entscheidung wird sowohl als „Entscheidung zu …“ als auch als „Entscheidung zwischen ….“ und schließlich als „Entscheidung über…“ untersucht.


Symbolisches Kapital ist das Ergebnis von Prozessen. Menschen werden in ihrem spezifischen Handeln wahrgenommen, und diese Wahrnehmungen verdichten sich zu kritischen Größen des Besonderen – dem symbolischen Kapital.


„Die symbolische Macht ist eine Macht, die in dem Maße existiert, wie es ihr gelingt, sich anerkennen zu lassen, sich Anerkennung zu verschaffen“ sagt Pierre Bourdieu (Interview mit D. Eribon „Die verborgenen Mechanismen der Macht enthüllen“ in „Libération“ vom 19.10.1982 über „Was heißt sprechen? Die Ökonomie des sprachlichen Tausches“)


Hier die Fragen, die Wahrnehmung – dort die Entscheidung, das Handeln, das Werk. Dazwischen stehen Motive: Schaffensdrang, Freiheitsbedürfnis, Lust zu gestalten bei den innovativ Operierenden – Offenheit, Neugierde bei den Wahrnehmenden.


Das Projekt zielt auch darauf ab, die Star/Publikums-Relation zu einer Beziehung auf Augenhöhe zu transformieren: Ein Feld von Betrachtenden, Zuhörenden begegnet einem Netzwerk von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen. Die beiden Felder vermischen sich, interagieren. Wenn die Abhängigkeiten als gegenseitige sichtbar werden, ist emanzipative Veränderung möglich. Struktur ist in Kunst wie in Alltag Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und wird durch diese verändert.


Es gilt, die „Struktur der Beziehungen zwischen allen relevanten Merkmalen“ (Pierre Bourdieu) eines Feldes sichtbar zu machen, um ihre Wirkungen bewerten zu können und Impulse zu setzen.


Verwendung der Fördergelder:

Kostenplan

Audioaufnahmen, Fotografie, Video, Schnitt 1.000,-

Konzeptentwicklung 1.000,-

Programmierung 4.000,-

Website und Design 1.500,-

Dateneingabe, Verlinkung mit der integrierten Personen/Projekt/Themen/Partnerdatenbank von www.eop.at 500,-

Präsentation 300,-

Gesamt 8.300,-


Querverbindungen zu anderen Projekten aus der Szene:

Die geplante Datenbank „Symbolisches Kapital im Netz“ wird mit der integrierten Projekt-Themen-Personen-Partner-Datenbank der eop-Homepage www.eop.at verlinkt und steht durch die Themenverlinkungen in enger Relation zu den unterschiedlichen Projektsträngen von eop,

z.B.

- dem Dialog Kunst und Wissenschaft mit den Projekten „WISSEN SCHAFT FRAGEN“ http://www.eop.at/datenbank/projekte/wissenschafftfragen/ und Leben Manipulieren?! http://www.eop.at/datenbank/projekte/lebenmanipulieren/, der in weiteren Projekten von gemeinsamen Arbeiten KünstlerInnen – WissenschaftlerInnen fortgesetzt werden wird.

- dem Avantgardeforschungsprojekt ViennAvant http://www.eop.at/datenbank/projekte/viennavant/

- der Präsentationsschiene eopictureNight10+5 http://www.eop.at/datenbank/projekte/eopicturenight/

- und zahlreichen Projekten der am Netzwerk eop beteiligten KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen und befreundeten Akteurinnen in Netznetz


Projektteam und Infos:

Konzept: Helga Köcher http://www.eop.at/datenbank/personen/hkoecher/

Flo Ledermann http://www.eop.at/datenbank/personen/fledermann/

Aufnahme, Schnitt: Ilse Chlan http://www.eop.at/datenbank/personen/chlan/

Programmierung: Flo Ledermann http://www.eop.at/datenbank/personen/fledermann/


Zeitplan:

11.12. Oktober: Ton- und Bild-Dokumentation von ViennArt.

November:

o Sichten, Verarbeiten, Schneiden des Materials

o Programmieren der Site

Dezember:

Aufbau und Design der Website

Jänner: Einspeisen des Materials. Präsentation

Persönliche Werkzeuge